Alle brauchen mal Hilfe
Beschreibung
Gemeinsam mit der Schulklasse wurde das Thema "Kinder mit Behinderung" mit unterschiedlichen Methoden bearbeitet. Ausgang dafür war das in dieser Klasse entwickelte Kunstwerk für die "KinderArt!", wodurch in die Thematik eingeführt wurde. Gemeinsam stellten wir fest, dass es viele verschiedene Formen von Behinderung gibt und Menschen mit Behinderung genauso unterschiedlich und vielfältig sind, wie alle anderen Menschen auch. Ab Mai 2024 haben wir uns dann in der Klasse intensiv mit dem Thema "Blindheit" beschäftigt. Dazu gehörten u.a. ein "Blinden-Parcours" mit verschiedenen Stationen zum Ausprobieren wie ein "Hindernis-Lauf", Alltagsdinge testen (Glas einschenken, Schlüsselsuchen,...) oder auch Spiele spielen (UNO, Würfelspiele, Puzzle, Memory). Auch ein Geschmackstest durfte nicht fehlen. So vorbereitet machte die Klasse dann einen gemeinsamen Ausflug ins Dialogmuseum in dem sie ihr erfahrenes Wissen noch mal ausprobieren konnten und auch in direkten Kontakt mit betroffenen Personen Fragen stellen konnten. Im Anschluss konnten die Kinder auch noch das "Blindschreiben" (Braille-Schrift) testen. Die Ergebnisse des Klassenprojekts und die Erfahrungsberichte waren dann Teil der Mitmach-Ausstellung die in der Stadt der Kinder-Woche an der Schule den Klassen zum besuchen angeboten wurde. Da die Klassen schon im letzten Jahr das Thema Kinderrechte im allgemeinen bearbeitet hatte konzentrierten wir uns für dieses Projekt auf Art. 23 und Art. 2 (Alle sind gleich).
Indoor
Outdoor
Veranstalter und Beteiligte
Jugendhilfe in der Astrid-Lindgren-Schule zusammen mit der Klasse 2b der Astrid-Lindgren-Schule
Gruppengröße
20 - 30
Benötigtes Budget
100 - 500 €
Dauer
Längerer Zeitraum
Wie wurde der Bezug zu den Kinderrechten hergestellt?
Zum einen wurden die Kinderrechte und ihre Bedeutung für das eigene Leben nochmal mit den Kindern zu Beginn thematisiert. Zum anderen wurde während jeder Projektphase immer wieder der Zusammenhang zwischen dem gerade Erlebten, den eigenen Vorerfahrungen und den Kinderrechten aufgegriffen. So wurde bspw. auch länger über das Thema Inklusion in Schule gesprochen und herausgearbeitet, was es braucht, damit alle Kinder ihr Recht auf Lernen verwirklichen können. Auch das z.B. der Klassenrat und die Kinderkonferenz das Recht auf Beteiligung in der Schule als Grundlage hat wurde dabei angesprochen. Was es bedeutet, als Kind mit Beeinträchtigungen auch eine freie Freizeitgestaltung ermöglicht zu bekommen, war auch ein Thema.
Welches Ziel wurde verfolgt? Wurde das Ziel erreicht? Woran machen Sie das fest?
Bei der Durchführung war es uns wichtig, dass die Kinder immer einen eigenen Lebensweltbezug zum Thema vermittelt wurde. So sprachen wir viel über die Schwierigkeiten von Alltagsbarrieren, aber auch Hilfen, die es für betroffene Menschen gibt. Der Abbau von Vorbehalten und mölichen Berührungsängsten war für uns von großer Relevanz, so lernten die Kinder Tipps für den Umgang mit Menschen mit Behinderung und im speziellen Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Alle Kinder haben ein Recht auf Schule, so dass wir hierzu auch darüber diskutieren, was Schulen brauchen, damit sie die individuelle Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Ebenfalls im Freizeitbereich (Recht auf freie Zeit) schauten wir uns gemeinsam an, wie öffentliche Wege angelegt werden müssen/angelegt sind damit diese für alle auch selbsständig begeh- oder befahrbar sind. Einen großen Stellenwert nahm für uns auch das Abbauen von Vorurteilen und das Thema "Diskriminierung" ein. Die Kinder wurden für die Unterschiedlichkeit der Menschen sensibilisert und konnten aus dem Projekt mitnehmen, dass wir alle verschieden aber auch alle gleich sind.
Material: Welche Hilfsmittel haben Sie eingesetzt? Buch, Film, Spiel etc.?
Wir nutzen vielfältige Hilfsmittel wie: Blindenstöcke, Augenbinden, verschiedene Spiele für Menschen mit Sehbeinträchtigung, Glockenball u.v.m.
Methoden: Wie haben Sie die Aktion umgesetzt?
Mit verschieden Kleinprojekten wurde das Thema intensiv bearbeitet: Kreativer Zugang durch Gestaltung von Kunstwerken und Erfahrungsberichten, das eigene Erleben von Beeinträchtigungen (Blindheit), Austausch mit Betroffenen, Diskussionsrunden und Ausstellung.
Ablauf: Welche Phasen gab es bei der Aktion?
Start im Herbst 2023 mit Entwicklung des Kunstwerks für die KinderArt!, Weiterarbeit ab Frühjahr mit Gesprächseinstieg und Filmvorführung. Eigenes Ausprobieren und Erleben von Sehbeeinträchtigung (Blinden-Parcour) mit anschließendem Ausflug ins Dialogmuseum. Gemeinsame Reflexion des Erlebten im Anschluss, Alltagsbarrieren aufzeigen. Vorbereitung der Mitmach-Ausstellung (Erstellen von Plakaten und Erfahrungsberichten) und Besuch der Ausstellung in der Stadt der Kinder-Woche
Nützliche Informationen wie Literatur o.ä. Welche Quellen für Informationen wurden genutzt und sind zu empfehlen?
Zum einem kann ich jeder/jedem ein Besuch im Dialogmuseum empfehlen. Dieser sollte jedoch gut vorbereitet sein, da das Einlassen auf "Blindsein" nicht einfach ist und auch Angstbesetzt sein kann. Während der Projektzeit und in der Mitmach-Ausstellung konnten die Kinder frei verschiedene Kinderbücher zum Thema entdecken. Gerne sende ich meine Literaturliste an Interessierte weiter. Ebenfalls hilfreich können Reportagen/Dokumentationen zum Thema sein. Hier kann ich die "Checker"-Filme (Checker Tobi, Checker Can u.ä.) empfehlen die sich mit der Thematik beschäftigen. Diese sind in der Mediathek der ÖRR zu finden.
O-Töne: notieren Sie Stimmen der Kinder / Beteiligten
"Das war der tollste Ausflug den wir je gemacht haben!" "Wir sind doch alle nicht gleich?!"
Das hat gut geklappt (War die Methode geeignet? Was muss unbedingt bedacht werden, damit es gelingt?)
Da wir das Projekt über einen längeren Zeitraum durchführten konnten wir immer wieder auf Fragen und Aussagen der Kinder eingehen und einen direkten Lebensweltbezug darstellen. Wichtig ist es dabei viel Zeit einzuplanen, sowohl für die Vorbereitung als auch für die Durchführung.
Das sollte man vermeiden (Hindernisse und Widrigkeiten?)
Wichtig sind gute Absprachen mit den Beteiligten (sowohl den Schüler*innen als auch den Lehrkräften).



