Jetzt erst RECHT
Beschreibung
An den sieben Schulstandorten in den Bildungsregionen Nord und Mitte Nord haben die Fachkräfte verschiedene kreative, bunte, laute, leise Projekte zu den Kinderrechten durchgeführt. Als Einstieg gab es für die Schulklassen die Möglichkeit, anhand der von der Jugendhilfe selbst zusammengestellten Kinderrechtebeutel mit Bilderbuchkino, Musik oder Kinderbüchern zum Thema, ihr Wissen zu den Kinderrechten aufzubauen und zu vertiefen. Danach fanden vielfältige Angebote an den Schulen statt, um einzelne Rechte zu vertiefen, die Meinungen der Kinder zu ihren Rechten (z.B. in Bezug zu Schule) anzuhören und ihre Botschaften und Aussagen kreativ festzuhalten. Überall wurde die Relevanz der Kinderrechte für den eigenen Alltag hervorgehoben, auf die Einhaltung und Umsetzung der Rechte geschaut und in den Austausch mit den Kindern, aber auch den anderen Fachkräften der Schulen sowie Eltern gegangen. Mit einem eigen konzeptionierten Theaterprojekt der Kinderrechte tourten zwei Mitarbeiterinnen durch die teilnehmenden Grundschulen und gaben so den Kindern eine weitere Form, ihre Gefühle, Haltungen und Meinungen auszudrücken. An vielen Standorten wurde auch das in diesem Jahr im Mittelpunkt stehende Recht (Art.23) auf besondere Art bearbeitet. So gab es unterschiedliche Aktionen und Projekte, die sich gemeinsam mit den Schulkindern mit der Thematik "Behinderung" auseinandersetzten. Angefangen mit einem Besuch im Dialogmuseum, einer "Blinden Verkostung" oder einer Einheit zur Gebärdensprache wurde das Thema aufgegriffen und den Kindern Nahe gebracht. Hier wurde auch immer der Zusammenhang zu Art. 2 hergestellt, da uns wichtig war, sowohl die Unterschiedlichkeit aller Menschen, aber auch alle Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Aktionen fanden teilweise während der Unterrichszeit statt, aber auch in den Pausen oder innerhalb verschiedenen Kleingruppenangebote (z.B. Sternpiloten, Mädchen-AG).
Indoor
Outdoor
Veranstalter und Beteiligte
Jugendhilfe in den Bildungsregionen Mitte-Nord und Nord (Modell 2) des Evagengelischen Vereins für Jugendsozialarbeit e.V. in Zusammenarbeit mit den Fachkraften der Jugendhilfe an 7 Schulstandorten in den Regionen und diversen Schulklassen
Gruppengröße
> 50
Benötigtes Budget
Über 1.000 €
Dauer
Längerer Zeitraum
Wie wurde der Bezug zu den Kinderrechten hergestellt?
Zum einen konnten alle Klassen, die Interesse hatten eine Einführung zu den Kinderrechten bekommen. Die Methode dafür wurde der jeweiligen Altersgruppe sowie den weiteren Rahmenbedingungen angepasst. Zum anderen wurden die Kinder auf unterschiedliche Weise dazu animiert, ihre eigenen Gedanken und Meinungen zu ihren Rechten und deren Umsetzung zu äußern - dies konnte schriftlich (z.B. "Meinungswände" auf dem Schulhof), künstlerisch (z.B. Kreidebilder oder Plakate) aber auch szenisch (Theater) erfolgen. Gerade auch mit Blick auf den Artikel 23 UN-KRK wurde versucht, das Recht auch in die eigene Lebenswelt zu übertragen. So wurde auch immer wieder thematisiert, dass alle Stärken und Schwächen haben, dass alle mal mehr oder weniger Unterstützung brauchen und dass dies auch im Kontext von Schule (Stichwort: Inklusion) aber auch Freizeit (barrierefreie Spielgeräte und Vereine) ermöglicht werden sollte,da es ein geltendes Recht ist. Kinder, die an den Aktionen teilnahmen, konnten sich weiteres Info-Material mitnehmen und somit ihr Wissen zu den Kinderrechten weiter vertiefen.
Welches Ziel wurde verfolgt? Wurde das Ziel erreicht? Woran machen Sie das fest?
Das Ziel war es, möglichst vielen Kindern Informationen zu den Kinderrechten zukommen zu lassen. Nach Teilnahme einer Veranstaltung sollten die Kinder wissen, dass sie eigene Rechte besitzen, an die sich alle halten müssen. Außerdem war es uns wichtig, dass sie Ansprechpersonen in ihrem Umfeld kennen, die sich für die Kinder und ihre Rechte einsetzen und ihnen weitere Informationen und Anlaufstellen nennen können. Für die ganzen Schulgemeinden wurde hervorgehoben, dass die Kinderrechte von großer Bedeutung für ein gutes Aufwachsen sind und dass mit den Jugendhilfe-Fachkräften an den Standorten und in der Region gute Ansprechpersonen vor Ort sind.
Material: Welche Hilfsmittel haben Sie eingesetzt? Buch, Film, Spiel etc.?
Wir haben mit vielfältigen Hilfsmitteln gearbeitet. Angefangen bei dem Kinderrechte-Beutel, mit Gegenständen, die verschiedenen Rechte zuzuordnen sind und der in diesem Jahr durch kleine Figuren mit "Handicap" (Legofiguren Paralympics, Playmobil Schulbus mit Rolli) ergänzt wurde. Für die kreativen Projekte wurde mit (Sprüh-)Kreide, Farbe, Musik, aber auch verschiedenen Theaterrequisiten gearbeitet. Für das diesjährige Schwerpunkt-Kinderrecht wurden Brailleschrifttafeln und Blindenstöcke genutzt, inklusive Spiele (z.B. UNO, Shut the Box,...) getestet und verschiedene Kinderbücher gemeinsam betrachtet. Natürlich durften auch Seifenblasen, ein wenig Glitzer und kleine "Snacks" nicht fehlen. Für die Einführung des Themas wurden auch kleine Filme geschaut (z.B. Checker Can). Besonders gut kamen in diesem Jahr auch die GiveAways des Kinderbüros an. Mit den Gebärdensprachbüchern konnte auch während der Projektlaufzeit gut gearbeitet und auch im Anschluss weiter genutzt werden. Ebenfall kamen die Anti-Stress-Bälle bei den Kindern sehr gut an.
Methoden: Wie haben Sie die Aktion umgesetzt?
So unterschiedlich die verschiedenen Aktionen waren, so vielfältig waren auch die Methoden, die genutzt wurden. Neben den kreativen Projekten (Theaterpädagogik, Malerei, Bildbetrachtung) wurden auch weitere Methoden angewendet. Diese wurden der jeweiligen Zielgruppe angepasst. So eignete sich z.B. für die Arbeit mit Vorschulklassen die Methode "Das Recht des Kaninchens". Andere Klassenstufen führten z.B. Diskussionrunden durch oder verschriftlichten ihre Gedanken zum Gelernten und Erlebten.
Ablauf: Welche Phasen gab es bei der Aktion?
Auch hier unterschieden sich die Aktionen an den jeweiligen Schulstandorten sowie auch innerhalb der Schulen, bei der Arbeit mit mehreren Gruppen. Für die Projekte bedarf es eine gute Vorbereitung. Hier tauschten wir uns unter den Standorten aus, tauschten Informationen und Materialien und trafen Absprachen mit Lehrkräten und weiteren teilnehmenden Fachkräften. Wichtig war uns allen ein erster Einstieg, der die Kinder zunächst auf ihre Rechte hinweißen und einige Kinderrechte konkret benennen sollte. Zur Vertiefung gab es dann überall Informationsmaterial zum Mitnehmen oder Anschauen. Im zweiten Schritt wurden einzelne Rechte in Zusammenarbeit mit den Kindern vertieft und diese im Anschluss auch festgehalten. Teilweise wurden die so entstandenen Gemälde, Aussagen oder Stücke dann in den Schulen ausgestellt bzw. vorgeführt.
Nützliche Informationen wie Literatur o.ä. Welche Quellen für Informationen wurden genutzt und sind zu empfehlen?
Bei Nachfrage können wir gerne eine Bücherliste mit Schwerpunkt auf Art. 23 zur Verfügung stellen. Empfehlenswert sind außerdem z.B. verschiedene Folgen der "Checker"-Reihe des Senders KIKA die sich mit dem Thema Behinderung auseinandersetzen. Weitere Materialien und Hilfmittel konnten z.B. über Aktion Mensch bestellt werden (Gebärdesprachposter, Braille-Schrift-Alphabet u.s.w.).
Das hat gut geklappt (War die Methode geeignet? Was muss unbedingt bedacht werden, damit es gelingt?)
Als sehr positiv wahrgenommen wurde, dass durch die Aktionswoche eine gute Möglichkeit bestand, mit vielen Kindern und ihren Klassen zu den Kinderrechten zu arbeiten. Und dies auch nicht nur als im Lehrplan verankerte Einheit sondern als Ort, den die Kinder selbst mitgestalten und bespielen konnten. So versuchten wir viele offene Angebote anzuleiten. Für die Umsetzung solcher Projekte bedarf es ausreichend Ressourcen. Dies betrifft sowohl genug Vorlaufzeit für nötige Absprachen, Planungen und Anschaffung/Sammlung von Hilfsmitteln als auch ausreichend Personal für die Umsetzung und die Anleitung während des Angebots. Aber auch finanzielle Mittel sind notwendig, um die Projekte gestalten zu können.
Das sollte man vermeiden (Hindernisse und Widrigkeiten?)
Wichtig ist es, wirklich zu schauen, was mit den zu Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen möglich ist. Auch sollte darauf geachtet werden, die Angebote niedrigschwellig zu gestalten und altersentsprechend anzupassen. Gerade auch im Kontext Schule ist es wichtig gute und klare Absprachen zu treffen, damit sich die Angebote gut in den Schulalltag integrieren lassen.
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