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Kinderrechte und Erste Hilfe

Beschreibung
Der geschlossene Workshop bot den teilnehmenden Schüler:innen Begegnungspunkte. An Tag 1 wurden die Kinderrechte - vor allem jene für Kinder mit Beeinträchtigung und Behinderung - in den Fokus genommen, an Tag 2 wurde darauf aufbauend ein erstes Konzept für "Erste Hilfe Inklusiv" erarbeitet. 

Am 6.6. (Tag 1) stand das gegenseitige Kennenlernen und die Auseinandersetzung mit den Kinderrechten sowie Formen von Behinderung im Fokus. Schwerpunkt waren Hindernisse, die den Lebensalltag von Jugendlichen betreffen - vor allem in der Schule ("Wo können in der Schule Barrieren abgebaut werden, um es Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Behinderungen und Beeinträchtigungen zu ermöglichen, an der Schulgemeinschaft teilzuhaben?") Learning war die Sensibilisierung für unterschiedliche Lebenswelten und die Weiterentwicklung des Demokratieverständnisses auf allen Seiten. 

An Tag 2, dem 7.6. wurde nach einer Wiederholdung des Inhalts des Vortages, die "ideale" Schule auf den "idealen" Erste Hilfe Kurs umgelegt: "Wo schließt dieser Kurs die Teilhabe von Menschen mit Behinderung aus?", "Was braucht es, um einen Erste Hilfe-Kurs als Raum für Vielfalt zu gestalten?". Abschließend fanden gemeinsame, praktische Übungen statt. 

Das Projekt wurde von allen Beteiligten als Erfolg betrachtet. Die Schüler:innen des Pilotprojektes Berta Jourdan gaben Input, wo es für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" schwierig werden kann, an der Gesellschaft aktiv teilzunehmen und wo es Hürden gibt, die die Förderung ihrer Selbstständigkeit behindern - vor allem in den Bereichen: Schule, erster Arbeitsmarkt, externer Bildungssektor (wie z. B. Erste Hilfe Kurse). 

Ebenso erhielten die Schüler:innen einen Einblick in andere Behinderungsformen und konnten Barrieren in ihrer Schule aufdecken. Die Schüler:innen des Lessing Gymnasiums konnten einige besprochene Barrieren in ihre Schule mitnehmen und stellten fest, dass Schule und Lernen auch anders funktionieren kann, als in ihrem Gymnasium gelebt. Fazit: Eine "ideale" Schule kommt allen zu Gute. Das Jugendrotkreuz nimmt einigen Input für seine (in Zukunft noch inklusivere) Verbandsarbeit mit.

Indoor

Indoor

Outdoor

Veranstalter und Beteiligte
Geplant und durchgeführt vom Jugendrotkreuz Frankfurt am Main  gemeinsam mit dem Pilotprojekt BzBGE der Berta Jourdan Schule und dem Lessing Gymnasium 

Gruppengröße
10 - 20
Benötigtes Budget
100 - 500 €
Dauer
Halbtags: drei bis vier Stunden

Wie wurde der Bezug zu den Kinderrechten hergestellt?
Der Bezug zu dem ausgewählten Kinderrecht wurde hergestellt, da sich Jugendliche mit und ohne Behinderung trafen und gemeinsam Formen von Behinderung und Beeinträchtigung erarbeiteten. Anhand dieser Formen wurden Barrieren im Alltag aufgedeckt. 

Da Schule einen wesentlichen Punkt im Alltag von Jugendlichen einnimmt, wurde erarbeitet, wo Schule Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und Beeinträchtigung behindert und wo es Stellschrauben gibt, um Schule als idealen Ort für alle (mit) zu gestalten. 

Erste Hilfe fördert die Selbstwirksamkeit und das Verständnis sich als Teil der Gesellschaft wahrzunehmen. Jugendlichen mit BB wird nicht immer zugetraut, ihre Rolle in der Gesellschaft aktiv mitzugestalten ("Das schaffen diese Kids doch nicht!", "Meinst du die schaffen das?", "Das Kind da hat ASS. Er kann das also wahrscheinlich nicht.", sind nur einige Beispiele die im Rahmen der Schularbeit zu hören sind). 

Bildung ist der erste Schritt zu einer Teilhabe und gerade Bildung sollte Teilnahme fördern und nicht behindern. Ziel des Workshops war es, Jugendlichen ihre Rechte aufzuzeigen und zu zeigen, dass sie ihre Rechte und Wünsche einfordern können. Der Workshop hat den Jugendlichen gezeigt, das sie mit ihren Ideen ihren Alltag mitgestalten können und auch sollten. 

Welches Ziel wurde verfolgt? Wurde das Ziel erreicht? Woran machen Sie das fest?
Ziel war es Jugendliche für die Kinderrechte und jene von Kindern und Jugendlichen mit BB zu sensibilisieren. Alle Beteiligten sollten ihren Blick auf Barrieren ausweiten bzw. einen Schritt aus ihrer Lebenswelt wagen. Das Feedback der Jugendlichen aus beiden Schulen sowie der Lehrpersonen zeigt, dass das Ziel erreicht wurde. Ebenso wurde der Workshop (getrennt von einander und eigenständig) reflektiert und das Ergebnis an das Jugendrotkreuz herangetragen. Die Lust den Workshop zu wiederholen, zeigt, dass dieser erfolgreich war. 

Material: Welche Hilfsmittel haben Sie eingesetzt? Buch, Film, Spiel etc.?
Kennenlern-Bingo, blinde Kuh: Schlafmasken, Anziehpuppen, Flipcharts, Karteikarten, Stifte, Verbandsmaterial, Kinderrechte-Heftchen. 

Methoden: Wie haben Sie die Aktion umgesetzt?
Die Methoden und genaue Planung sind der per Mail gesendeten Matrix zu entnehmen.

Ablauf: Welche Phasen gab es bei der Aktion?
Der Ablauf ist der gesendeten Matrix zu entnehmen.

Nützliche Informationen wie Literatur o.ä. Welche Quellen für Informationen wurden genutzt und sind zu empfehlen?
Es wurden verschiedene Artikel zu den Kinderrechten, zur Inklusiven Schule und Literatur über Erste Hilfe Kurse für Menschen mit Behinderung aus Österreich genutzt um sich in das Thema einzulesen. 

O-Töne: notieren Sie Stimmen der Kinder / Beteiligten
"Nein, ich weiß nicht wofür ein Blindenstock da ist." - Aussage eines Schülers der Berta Jourdan Schule, welcher ehrlich war und sich die Verwendung des Blindenstocks erklären/zeigen lies. "Das ist erstaunlich wie rücksichtsvoll die Jugendlichen der Berta Jourdan Schule sind. Bei uns würden die Schüler:innen sofort diskutieren." - Aussage einer Schülerin des Lessing Gymnasiums in der Reflexionsrunde mit ihrer Lehrerin. Grund: ein Schüler der Berta Jourdan Schule saß "nicht ordentlich" auf dem Stuhl sondern ließ sich lässig auf diesem hängen. Die Lehrerin der Berta Jourdan Schule meinte, dass dies unpassend ist und er setzte sich ohne Diskussion "ordentlich" auf den Stuhl. 

Das hat gut geklappt (War die Methode geeignet? Was muss unbedingt bedacht werden, damit es gelingt?)
Eigentlich hat jede verwendete Methode gut geklappt. Einige Dinge sind bei der Sozialform zu beachten: Bei der Zusammensetzung der Kleingruppen ist darauf zu achten, dass Jugendliche die aktiver und passiver sind gemischt werden. Ebenso kam eine Schülerin des Lessings-Gymnasiums erst nach dem Vorstellungsbingo zum Workshop hinzu. Es war dann schwierig für sie Anschluss an die Gruppe zu finden, auch wenn sie ihre Schulkameradinnen kannte. 

Das sollte man vermeiden (Hindernisse und Widrigkeiten?)
Vermieden werden sollten zu lange theoretische Sequenzen und zu wenig Pausen. Die Jugendlichen der Berta Jourdan Schule sind andere Arbeitszeiten und Pausen gewohnt, als jene des Lessing Gymnasiums. Hier wurden dann längere Pausen in Absprache mit allen eingeplant. 

Kennenlernbingo. Abschlussfrage: "Welche Kinderrechte habt ihr entdeckt?"
Die Schüler:innen der Berta Jourdan Schule haben sich vor dem Workshop in die Kinderrechte eingelesen.

Erste Hilfe Inklusiv.
Die ideale Schule.
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