Sprechende Hände - Stadt der Kinder in der Stadtbücherei
Beschreibung
"Sprechende Hände - Stadt der Kinder in der Stadtbücherei"
Wir überlegen gemeinsam, was Inklusion bedeutet und lernen mit besonderen Daumenkinos, einige Wörter in Gebärdensprache zu sprechen. Veranstaltungen in 16 Öffentlichen Bibliotheken und 6 Schulbibliotheken.
Das Angebot richtet sich an Grundschulgruppen (2. - 4. Klasse).
Wir überlegen gemeinsam, was Inklusion bedeutet und lernen mit besonderen Daumenkinos, einige Wörter in Gebärdensprache zu sprechen. Veranstaltungen in 16 Öffentlichen Bibliotheken und 6 Schulbibliotheken.
Das Angebot richtet sich an Grundschulgruppen (2. - 4. Klasse).
Indoor
Outdoor
Veranstalter und Beteiligte
Stadtbücherei Frankfurt am Main
Gruppengröße
20 - 30
Benötigtes Budget
Über 1.000 €
Dauer
Stunden: bis drei Stunden
Wie wurde der Bezug zu den Kinderrechten hergestellt?
Die Veranstaltung wurde mit einer kurzen Einführung zur Kinderrechtskampagne, den Kinderrechten und dem Fokusartikel gestartet.
Der Fokus der Veranstaltung lag auf Artikel 23. Dabei stand die Beschäftigung mit "Gehörlosigkeit" exemplarisch für das Recht auf Förderung von Kindern mit Behinderung.
Welches Ziel wurde verfolgt? Wurde das Ziel erreicht? Woran machen Sie das fest?
In unseren Veranstaltungen ging es vor allem um Empathie-Förderung, Abbau von Berührungsängsten und Respekt in Zusammenhang mit Vielfalt. Die Kinder beschäftigten sich exemplarisch mit der Beeinträchtigung durch Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit.
Die positiven Reaktionen der Kinder auf die Gebärden-Daumenkinos und die Ernsthaftigkeit, mit der die Gebärdensprache angenommen wurde, zeigte, dass unser Ziel erreicht wurde.
Material: Welche Hilfsmittel haben Sie eingesetzt? Buch, Film, Spiel etc.?
Wir haben mit Daumenkino-Sets von talking hands (https://talkinghandsflipbooks.com/) gearbeitet. Die Daumenkinos bzw. die einzelnen Begriffe in Gebärdensprache konnten wir beim Anbieter im Vorfeld passend zu unseren Veranstaltungen auswählen.
Methoden: Wie haben Sie die Aktion umgesetzt?
- Spielerischer Ansatz
- selbstbestimmtes Ausprobieren
- Peer-to-Peer Prinzip
Ablauf: Welche Phasen gab es bei der Aktion?
Einführung ins Thema Kinderrechte und ins Fokusthema:
- Nach der Begrüßung bekommen die Kinder eine kurze Erläuterung, was Stadt der Kinder ist und was die UN-Kinderrechtskonvention bedeutet. Dazu wird das kleine, gelbe Kinderrechteheftchen genutzt.
- Überleitung zum Fokusartikel/-thema: "In diesem Jahr steht Artikel 23 im Mittelpunkt. Da geht es um das Recht auf Förderung von Kindern mit Behinderung, kurz Inklusion." Ein Gespräch darüber, was Inklusion bedeutet, schließt sich an. Welche Beeinträchtigungen kennen die Kinder? Wo gibt es Hindernisse im Alltag/in der Umwelt? Was können wir besser machen?
- Überleitung zur Gebärdensprache (wichtig der Hinweis, dass die Sprache sehr komplex ist und wir nur eine einfache Version kennenlernen.)
- Variante 1 (anspruchsvoller)
Die Kleingruppen verteilen sich in der Bibliothek. Sie bekommen ca. 10 Minuten Zeit, ihre drei Begriffe mittels der Daumenkinos als Gebärden zu lernen. Sie helfen sich gegenseitig und lernen möglichst alle drei Begriffe. Nach 10 Minuten sucht sich jede Kleingruppe eine andere Kleingruppe. Die Kinder beider Gruppen stellen sich ihre gelernten Begriffe vor. Sie versuchen gemeinsam, einen oder mehrere kurze Satz/Sätze mit ihren Gebärden zu bilden. Nach weiteren 10 Minuten kommen alle Gruppen wieder zusammen zur Präsentation. Jeweils zwei Kleingruppen gebärden ihre gelernten Begriffe, wenn möglich als Sätze. Dazu stehen die Kinder in einer Reihe nebeneinander und jedes Kind zeigt ein Wort. Kinder, die sich nicht trauen, müssen nicht mitmachen. Sie können am Schluss die Sätze von Gebärdensprache in mündliche Sprache übersetzen.
- Variante 2 (einfacher)
Es werden nur Daumenkinos mit Substantiven ausgeteilt (alle Tiere). Die Kleingruppen verteilen sich in der Bibliothek. Sie bekommen ca. 10 Minuten Zeit, ihre drei Begriffe mittels der Daumenkinos als Gebärden zu lernen. Sie helfen sich gegenseitig und lernen möglichst alle drei Begriffe. Alle kommen in der großen Gruppe zusammen. Die Kleingruppen (zwei oder drei Kinder) zeigen ihre gelernten Begriffe nacheinander. Der Rest der Gruppe rät, welches Wort gebärdet wird. Anschließend versucht die große Gruppe, das Wort zu gebärden. Je nach Zeit, können sich die Kinder danach ein neues Daumenkino aus einem Behälter (Tasche) ziehen und diesen Begriff lernen. Eine zweite Raterunde schließt sich an.
Abschluss: Die Kinder werden mit dem Auftrag entlassen, auf der Straße, in der Schule, in ihrer Umgebung darauf zu achten, wo es Hindernisse und nicht barrierefreie Orte gibt. Vielleicht haben sie Ideen, wie man die Situation verbessern könnte? Die Ergebnisse können in der Schule auf einem Plakat gesammelt werden, ggf. auch mit Fotos der Hindernisse. Abschließende Informationen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Probleme haben und Hilfe brauchen.
Nützliche Informationen wie Literatur o.ä. Welche Quellen für Informationen wurden genutzt und sind zu empfehlen?
Wir haben für die durchführenden Kolleg*innen einen Handzettel mit weiterführenden Informationen zu Gebärdensprache erstellt mit vielen interessanten Links. Die Zusammenstellung kann bei uns angefragt werden.
O-Töne: notieren Sie Stimmen der Kinder / Beteiligten
O-Töne:
- "Insgesamt kam das Format sowohl bei den Kindern als auch bei den Erzieherinnen, die dies nochmal extra gespiegelt haben, sehr gut an! Die Daumenkinos sind wirklich ein cooles Tool, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen."
- "Die Veranstaltung wurde von den Kindern gut angenommen. Sie hatten Spaß und brachten sich sehr enthusiastisch ein. Das Thema Kinderrechte im Allgemeinen interessierte die Kinder sichtlich. Mit Inklusion konnten die Kinder zunächst nichts anfangen, aber durch Beispiele und das gemeinsame Befassen mit dem Thema fanden sie sich schnell ein und beteiligten sich rege."
- "Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und die Kinder haben mit viel Spaß in den Gruppen die verschiedenen Gebärden geübt und der Klasse präsentiert."
- "Die Kids (und auch ich) hatten riesen Spaß beim Einüben der Gebärden und waren so rasend schnell, dass ich noch weitere Daumenkinos ausgeteilt habe. Die Mischung aus Input zu den Kinderrechten und dem aktiven unterhaltsamen Part war super. Auch die Lehrerin war von der Box der mit den Daumenkinos sehr begeistert und hat sich gleich schlau gemacht, was so etwas kostet."
- "In einer Klasse war ein Mädchen, das sich am Anfang kaum äußerte, weil sie noch nicht viel Deutsch kann. Als es aber um die Begriffe in Gebärdensprache ging, ist sie regelrecht aufgeblüht. Das war so schön zu erleben."
- "Die Kinder und Lehrinnen waren total begeistert von den Daumenkinos und der Aktion dazu. Umso schöner, dass jedes Kind zum Abschluss auch noch eins geschenkt bekommen hat. Auch wenn viele Kinder ihre Rechte bereits kennen, so lernen sie trotzdem immer wieder etwas neues, z.B. wer ihre Kinderbeauftragte ist und, dass sie sich bei Problemen und Wünschen ans Kinderbüro wenden können."
- "Es hat den Kindern und auch mir riesigen Spaß gemacht und wir haben gegenseitig viel voneinander gelernt. Die Aktion kam super an. Weil Inklusion ein so wichtiges Thema ist, werde ich die „sprechenden Hände“ noch mit weitern Schulklassen durchführen."
Das hat gut geklappt (War die Methode geeignet? Was muss unbedingt bedacht werden, damit es gelingt?)
Die Daumenkinos von talking hands sind sehr gut geeignet, auf spielerische und anschauliche Weise an einfache Gebärdensprache heranzuführen.
Das sollte man vermeiden (Hindernisse und Widrigkeiten?)
Es sollte den Kindern auf jeden Fall deutlich gemacht werden, dass die Gebärdensprache eine sehr komplexe Sprache ist mit eigener Grammatik etc. Sie lernen in der Veranstaltung nur ein paar Wörter in einfacher Gebärdensprache.

